Gesundheitsfragen und Berufsunfähigkeitsversicherung

Innerhalb des Antrages auf Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es eine Vielzahl an Gesundheitsfragen zu beantworten. Hintergrund ist natürlich, dass kein Versicherer einen kranken Menschen versichern möchte bzw. eine Person, bei welcher es sich geradezu abzeichnet, dass diese in den nächsten Jahren berufsunfähig wird.

Ich kann nur dringendst empfehlen, sorgfältig diese Fragen zur Gesundheit durchzulesen und im Unsicherheitsfall eine Nacht drüber zu schlafen bzw. im Idealfall einen Arztbericht seines Hausarztes anzufordern. Denn Fehler beim Ausfüllen der Gesundheitsfragen zu einer Berufsunfähigkeitsversicherung werden durch den Versicherer gnadenlos bestraft - im Leistungsfall!

Versicherer sind Wirtschaftsunternehmen und natürlich zahlt jedes wirtschaftlich denkende Unternehmen bzw. jeder wirtschaftlich denkende Mensch nur dann, wenn er muss bzw. dazu verpflichtet ist.

Stellung eines Leistungsantrages auf Berufsunfähigkeit

Stellt der Versicherte einen Antrag auf Leistungen aus seiner Berufsunfähigkeitsversicherung und reicht diesen beim Versicherer ein, so führt spätestens dann der Versicherer unter anderem Anfragen an die Ärzte bzw. Krankenkasse des Versicherten durch, um folgendes zu prüfen:

"Haben der Versicherungsnehmer bzw. die versicherte Person eine vorvertragliche Anzeigepflichtverletzung begangen?"

Ist dies der Fall, so ist der Versicherer nach § 19 Abs. 2 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) zum Rücktritt vom Versicherungsvertrag berechtigt - mit der Folge, dass keine Leistungen durch den Versicherten beansprucht werden können. Im Klartext: Ein Drama!

Deshalb kann nur empfohlen werden die Fragen wahrheitsgemäß und wohlüberlegt zu beantworten. Und tun Sie als Kunde eins NIE: Vertrauen Sie nicht auf Aussagen des Versicherungsvertreters bzw. des Versicherungsmaklers in der Art, dass er Erkrankungen unter den Tisch fallen lässt und diese nicht in den Antrag aufnimmt mit der Begründung: "Ist ja nur eine Erkältung gewesen, dies müssen wir nicht aufführen."

Falsch! Ist nach Arztbesuchen gefragt, ist auch diese Erkältung aufzunehmen, welche ärztlich behandelt wurde. Oder - lassen Sie sich schriftlich von dem Versicherungsvertreter bzw. Versicherungsmakler bestätigen, dass diese Erkältung nicht aufgenommen werden muss. Achten Sie auf die Reaktion Ihres Gegenübers...

Doch kann der Versicherer auch nach mehreren Jahren noch vom Berunfsunfähigkeitsvertrag zurücktreten? Nicht unbedingt!

Hier hilft § 21 VVG weiter. Nach § 21 Abs. 3 VVG erlischt das Recht zum Rücktritt  nach Ablauf von 5 Jahren nach Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung. Dies gilt natürlich nicht für Leistungsfällle, welche vor Ablauf von 5 Jahren eingetreten sind. Und falls Sie in der Vergangenheit sogar bewusst falsche Angaben zu den Gesundheitsfragen im Antrag gemacht haben (arglistige oder vorsätzliche Täuschung bei der Beantwortung der Gesundheitsangaben), kann der Versicherer nach 10 Jahren auch nicht mehr vom Vertrag zurücktreten.


Versicherungsbetriebswirt (DVA)

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Tel: 02306 / 267056
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